Was sind Präsentationsangriffe?
Präsentationsangriffe sind Versuche böswilliger Akteure, biometrische Systeme zu täuschen, indem sie gefälschte biometrische Daten wie ein Foto, ein Video, eine Maske oder eine synthetische Stimme vorlegen, um sich als legitimer Nutzer auszugeben. Diese Angriffe sind darauf ausgelegt, Sicherheitskontrollen bei der digitalen Identitätsprüfung oder Authentifizierung zu umgehen. Im Kontext von EU-Vorschriften wie eIDAS und AML5 ist die Erkennung und Verhinderung von Präsentationsangriffen entscheidend, um die Integrität der Fernidentifizierung und Vertrauensdienste zu gewährleisten.
Wie Präsentationsangriffe funktionieren
Präsentationsangriffe, auch bekannt als Spoofing-Angriffe, zielen auf biometrische Systeme ab, indem sie die Eingabephase ausnutzen, also den Moment, in dem das System Daten vom Nutzer erfasst. Ein Angreifer könnte beispielsweise versuchen, auf einen Dienst zuzugreifen, indem er einem Gesichtserkennungssystem ein ausgedrucktes Foto zeigt oder eine Sprachaufnahme verwendet, um die Sprache einer Person zu imitieren. Diese Angriffe sind besonders gefährlich bei Remote-Onboarding- oder elektronischen Signaturszenarien, in denen ein hohes Maß an Identitätssicherheit erforderlich ist.
Um diesen Bedrohungen entgegenzuwirken, werden Technologien zur Liveness-Erkennung und Erkennung von Präsentationsangriffen (PAD) eingesetzt. Diese Werkzeuge analysieren biometrische Merkmale in Echtzeit (wie Blinzeln, Hauttextur oder Mikrobewegungen), um zu verifizieren, dass die Eingabe von einem lebenden Menschen und nicht von einer Reproduktion stammt.
In Übereinstimmung mit den Richtlinien von eIDAS und AML5 müssen qualifizierte Vertrauensdiensteanbieter starke Anti-Spoofing-Maßnahmen implementieren, um sichere und konforme digitale Identifizierungsprozesse zu gewährleisten. Die Verhinderung von Präsentationsangriffen schützt Nutzer und Dienstanbieter vor Identitätsbetrug, unbefugtem Zugriff und rechtlichen Risiken.
Wichtige Merkmale
- Zielen darauf ab, die biometrische Sicherheit zu umgehen, indem gefälschte oder manipulierte Eingaben verwendet werden
- Beinhalten oft Fotos, Videos, Masken oder Audioaufnahmen
- Richten sich gegen die Datenerfassungsphase biometrischer Systeme
- Werden durch Liveness-Prüfungen und Erkennung von Präsentationsangriffen (PAD) gemindert
- Gelten als zentrale Bedrohung in Workflows zur Fernidentifizierung und zum Onboarding
- Müssen adressiert werden, um eIDAS, GDPR und AML5 einzuhalten
- Erfordern laufende Tests und Kalibrierung biometrischer Systeme, um wirksam zu bleiben
Beispiele
- Ein Angreifer versucht, während der Fernverifizierung ein Bankkonto mit einem ausgedruckten Foto des Gesichts einer anderen Person zu eröffnen
- Ein Betrüger spielt eine Sprachaufnahme ab, um ein sprachbasiertes Authentifizierungssystem in einer Callcenter-Leitung zu täuschen
- Ein Nutzer versucht, einen Gesichtserkennungsschritt mit einer Videoschleife auf einem Smartphone während einer QES-Ausstellung zu umgehen
- Ein Deepfake-Video wird verwendet, um während der Unterzeichnung eines hochpreisigen Vertrags eine Führungskraft eines Unternehmens zu imitieren
Verwandte Begriffe
- Liveness-Prüfung
- Biometrische Identifizierung
- Elektronische Identifizierung
- Qualifizierte elektronische Signatur (QES)
- Prävention von Identitätsbetrug
- eIDAS
Referenzen
Agentur der Europäischen Union für Cybersicherheit (ENISA) – Biometrisches Spoofing und PAD
